Die Vorteile der dualen Ausbildung sind vielen Betrieben selbstverständlich, bei Eltern und Jugendlichen aber oft gar nicht präsent, weil das Thema Studium im schulischen Umfeld deutlich lauter kommuniziert wird. Wer als Betrieb überzeugen will, sollte diese Vorteile aktiv und konkret ansprechen, statt sie stillschweigend vorauszusetzen.
Ausbildung oder Studium: Die Argumente, die wirklich ziehen
Der direkte Vergleich zwischen Ausbildung und Studium überzeugt selten mit abstrakten Aussagen wie „Ausbildung ist auch gut“. Wirksamer sind konkrete Fakten: Wer eine duale Ausbildung beginnt, verdient von Tag eins an Geld, statt Jahre lang Studienkosten zu tragen. Wer studiert, weiß bei Studienbeginn oft nicht, wie der Berufseinstieg später aussieht, während eine Ausbildung direkt in einen konkreten Beruf mit klaren Aufgaben führt.
Verdienst, Übernahme, Aufstieg, Meister-BAföG
Vier Punkte lassen sich Eltern und Jugendlichen besonders greifbar erklären:
- Verdienst von Anfang an: kein Studienkredit, sondern ein eigenes Einkommen ab dem ersten Ausbildungsjahr.
- Übernahme: In vielen Betrieben ist die Übernahme nach der Ausbildung der Normalfall, nicht die Ausnahme.
- Aufstieg: Vom Gesellen über Meister oder Fachwirt bis zur Betriebsleitung sind reale Karrierewege möglich.
- Meister-BAföG: Wer sich später weiterbilden will, wird dabei finanziell unterstützt, ganz ähnlich wie beim Studium.
Kommunizieren, ohne das Studium schlechtzureden
Die duale Ausbildung wirkt überzeugender, wenn sie als gleichwertige, nicht als bessere Alternative dargestellt wird. Ein Studium hat für manche Jugendliche seine Berechtigung, aber eben nicht für alle, und Betriebe punkten mehr, wenn sie sachlich die eigenen Vorteile darstellen, statt das Studium abzuwerten. Das wirkt glaubwürdiger und respektvoller gegenüber der individuellen Entscheidung jedes Jugendlichen.
Antworten auf typische Eltern-Einwände
In Gesprächen mit Eltern tauchen immer wieder dieselben Einwände auf. Wer darauf vorbereitet ist, antwortet gelassener:
- „Mit Abitur soll man doch studieren.“ Das Abitur ist eine Eintrittskarte für viele Wege, nicht die Pflicht zu einem bestimmten. Eine Ausbildung mit anschließender Weiterbildung führt ebenfalls zu Verantwortung und gutem Einkommen, nur früher in die Praxis.
- „Als Akademiker verdient man später mehr.“ Das gilt im Durchschnitt, aber nicht im Einzelfall. Ein Meister mit eigenem Betrieb oder eine Fachwirtin in leitender Position stehen finanziell oft besser da als viele Hochschulabsolventen, und das ohne Studienjahre ohne Einkommen.
- „Die Ausbildung verbaut doch Möglichkeiten.“ Das Gegenteil ist richtig: Nach der Ausbildung stehen Weiterbildung, Meister, Fachwirt und in vielen Fällen sogar ein Studium weiter offen. Der Weg ist keine Einbahnstraße.
- „Was ist, wenn der Betrieb schließt?“ Eine abgeschlossene Ausbildung ist ein bundesweit anerkannter Abschluss, keine betriebsinterne Qualifikation. Fachkräfte werden praktisch überall gesucht.
Wichtig bei allen Antworten: ernst nehmen statt abwiegeln. Hinter jedem Einwand steht die Sorge um die Zukunft des eigenen Kindes, und genau diese Sorge teilt der Betrieb ja, wenn er in die Ausbildung investiert. Wer das ausspricht, verwandelt eine Verteidigungssituation in ein Gespräch unter Verbündeten.
Denken Sie bei alldem auch an das Format: Solche Argumente wirken am stärksten im persönlichen Gespräch und aus dem Mund von Menschen, die den Weg selbst gegangen sind. Ein Geselle, der erzählt, wie er nach der Ausbildung seinen Meister gemacht hat, überzeugt Eltern nachhaltiger als jede noch so gut aufbereitete Grafik zum Bildungssystem.
Materialien für Elterngespräche
Am wirkungsvollsten lassen sich diese Argumente in einem persönlichen Gespräch vermitteln, etwa während eines Elternabends oder im Rahmen eines Praxistags im Betrieb, bei dem Eltern die Realität der Ausbildung direkt miterleben. Über die Pakete für Betriebe lassen sich solche Formate gezielt für die Ansprache von Eltern und Jugendlichen nutzen.
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