Ein Praxistag ist schnell erklärt: Jugendliche arbeiten einen Tag lang in einem Betrieb mit. Nicht zuschauen, nicht Prospekte einsammeln, sondern anpacken. Bei uns von BOeasy ist der Praxistag der zweite Baustein der Projekttage. Erst kommt der Berufeparcours, dann der Tag im Betrieb. Früher hieß das bei uns auch Werkstatttag, gemeint ist dasselbe.
Was ein Praxistag ist und wo er herkommt
BOeasy ist eine ehrenamtliche Initiative aus Lübeck, getragen vom beruf.zukunft e. V. Wir bringen Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 und 9 mit Ausbildungsbetrieben zusammen. Der Weg dahin hat zwei Stufen. Beim Berufeparcours zeigen Betriebe ihre Berufe an Stationen zum Anfassen. Die Jugendlichen ziehen in Dreierteams von Station zu Station, etwa 15 bis 20 Minuten pro Beruf. Wer an einer Station Feuer fängt, trägt sich dort für den Praxistag ein.
Das ist der entscheidende Punkt. Niemand wird einem Betrieb zugeteilt. Die Jugendlichen kommen, weil sie den Beruf schon in der Hand hatten und mehr wollen.
Praxistag, Schülerpraktikum, Tag der offenen Tür: die Unterschiede
Die drei Formate werden gern verwechselt. Ein Schülerpraktikum dauert in der Regel ein bis mehrere Wochen und braucht entsprechend Planung, Betreuung und einen Platz im Betriebsablauf. Wer das aufbauen möchte, findet bei uns einen eigenen Beitrag zum Thema Schülerpraktikum anbieten. Ein Tag der offenen Tür ist das Gegenteil: viele Besucher, kurzer Blick, keine Mitarbeit.
Der Praxistag liegt dazwischen. Ein Tag, ein Betrieb, echte Arbeit. Für Betriebe ist der Aufwand überschaubar, für Schulen auch, weil der Termin fest im Kalender steht.
Praxistag Ablauf: so sieht der Tag im Betrieb aus
Aus Sicht des Betriebs
Am Anfang steht die Begrüßung. Jemand nimmt die Jugendlichen in Empfang, zeigt kurz den Betrieb und erklärt, was heute ansteht. Dann geht es an die Arbeit, mit einer Aufgabe, die zum Beruf gehört und an einem Tag zu schaffen ist. Im Handwerk ist das leicht zu finden: etwas messen, zuschneiden, montieren, streichen, pflanzen. Am Parcours 2026 waren unter anderem Metallbau, Glaserei, Elektrotechnik, Malerhandwerk und Garten- und Landschaftsbau vertreten, und jeder dieser Berufe hat Handgriffe, die eine Achtklässlerin unter Anleitung ausführen kann.
Zum Schluss gehört ein kurzes Gespräch dazu. Wie war es? Was hat gut geklappt? Und wie könnte es weitergehen?
Aus Sicht der Jugendlichen
Für Lehrkräfte, die ihre Klasse vorbereiten, haben wir die wichtigsten Hinweise zusammengestellt:
- Pünktlich sein und sich mit Namen vorstellen.
- Mitmachen statt zuschauen. Wer etwas nicht versteht, fragt nach.
- Feste Schuhe anziehen und Kleidung, die schmutzig werden darf.
- Essen, Trinken und einen Notizzettel einpacken.
- Am Ende fragen, ob ein Praktikum oder eine Ausbildung möglich ist.
- Wer nicht kommen kann, sagt rechtzeitig telefonisch ab.
Der vorletzte Punkt kostet die meisten Überwindung. Er ist trotzdem der wichtigste.
Was einen guten Praxistag ausmacht
Wir sehen immer wieder dieselben drei Dinge, wenn ein Tag gelingt. Erstens eine echte Aufgabe. Fegen und Zugucken zählt nicht. Jugendliche merken sofort, ob sie gebraucht werden oder nur beschäftigt. Zweitens eine feste Ansprechperson, am besten jemand, der gern mit Jugendlichen redet. Drittens ein konkreter nächster Schritt am Ende des Tages: ein Praktikumstermin, eine Einladung, die Bewerbungsunterlagen zu schicken, wenigstens eine Telefonnummer. Ohne diesen Schritt bleibt es ein netter Ausflug. Wie der Weg danach weitergehen kann, beschreibt unser Beitrag vom Praktikum zur Ausbildung.
Zahlen 2025 und der Praxistag am 3. September 2026
Im März 2025 haben wir 37 Jugendliche in betriebliche Werkstatttage vermittelt. Im September 2025 waren es 87 Jugendliche aus vier Lübecker Schulen und neun Betriebe. 76 % der Schülerinnen und Schüler bewerteten das Konzept gut bis sehr gut, über 70 % wünschen sich eine Wiederholung. Mehr dazu steht in den Erfahrungsberichten.
2026 lief der Berufeparcours am 1. und 2. September in der DIELE in der Mengstraße, der Praxistag folgte am 3. September in den Betrieben. Zahlen dazu nennen wir noch nicht. Die Auswertung läuft, die Rückmeldungen fließen in die Planung 2027 ein.
Kurz gefragt: drei Antworten zum Praxistag
Wie lange dauert ein Praxistag?
Einen Tag. Die Jugendlichen arbeiten diesen einen Tag im Betrieb mit, 2026 war das der 3. September, direkt im Anschluss an die beiden Parcourstage.
Für welche Klassenstufen ist der Praxistag gedacht?
Für die Jahrgangsstufen 8 und 9. Jugendliche machen über ihre Schule mit. Sie sprechen ihre Lehrkraft an oder schreiben uns direkt an team@boeasy.de.
Was kostet die Teilnahme für Betriebe?
Betriebe steigen über ein Jahrespaket ein. Das kleinste heißt „Dabei sein“ und kostet 99 € pro Jahr. Die größeren Pakete für 899 € und 1.799 € enthalten unter anderem den Chancentest, Coaching und eine KI-Schulung.
Sie möchten als Schule oder Betrieb beim nächsten Mal dabei sein? Auf unserer Seite zum Praxistag im Betrieb steht, wie der Tag für Schule und Betrieb organisiert ist. Betriebe finden die Pakete und die Anmeldung unter Einstieg für Betriebe.



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