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Ausbildungsbetrieb werden: Voraussetzungen, Ablauf und erste Schritte

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Wer erstmals Ausbildungsbetrieb werden möchte, steht vor einer Reihe formaler Fragen, die auf den ersten Blick abschreckend wirken können. Tatsächlich ist der Weg klarer strukturiert, als es zunächst scheint, und die meisten Hürden lassen sich mit etwas Vorbereitung gut nehmen.

Voraussetzungen, um Ausbildungsbetrieb zu werden

Grundlegend braucht es zwei Dinge: eine persönliche und fachliche Eignung des Ausbilders oder der Ausbilderin, meist nachgewiesen über den Ausbilderschein nach der Ausbilder-Eignungsverordnung, sowie eine betriebliche Eignung, also passende Ausstattung und Aufgaben für die Ausbildungsinhalte. Die zuständige Kammer, etwa die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer, prüft und bestätigt beides im Rahmen der Anerkennung als Ausbildungsbetrieb.

Ablauf Schritt für Schritt bis zum ersten Azubi

  1. Klärung, welcher Ausbildungsberuf zum Betrieb passt.
  2. Nachweis der Ausbildereignung, gegebenenfalls Ausbilderschein nachholen.
  3. Anerkennung als Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Kammer beantragen.
  4. Ausbildungsplatz ausschreiben und sichtbar machen.
  5. Bewerber kennenlernen, Ausbildungsvertrag abschließen und bei der Kammer eintragen lassen.

Häufige Hürden und wie man sie nimmt

Die größte Hürde ist selten die formale Anerkennung, sondern die Unsicherheit, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt und ob man als kleiner Betrieb gegen größere Namen bestehen kann. Diese Sorge lässt sich am besten durch einen kleinen, unverbindlichen ersten Schritt entkräften, statt gleich alles auf einmal aufzubauen. Wer sich zunächst nur sichtbar macht und Jugendliche kennenlernt, sammelt Erfahrung, bevor der erste Vertrag ansteht.

Realistischer Zeitplan: Vom Entschluss zum ersten Azubi

Viele Betriebe unterschätzen, wie viel Vorlauf zwischen der Entscheidung und dem ersten Ausbildungstag liegt. Ein realistischer Fahrplan, gerechnet vom üblichen Ausbildungsbeginn im August oder September rückwärts:

  • 12 bis 18 Monate vorher: Grundsatzentscheidung treffen, passenden Ausbildungsberuf klären und bei der Kammer die Anforderungen erfragen. Falls der Ausbilderschein fehlt: Vorbereitungskurs und AEVO-Prüfung einplanen, das dauert je nach Format mehrere Wochen bis Monate.
  • 10 bis 12 Monate vorher: Anerkennung als Ausbildungsbetrieb beantragen und parallel sichtbar werden: Schulkontakte aufbauen, Praktikumsplätze anbieten, an regionalen Formaten teilnehmen. Jugendliche orientieren sich lange vor der Bewerbungssaison.
  • 6 bis 9 Monate vorher: Aktiv Kandidaten kennenlernen, über Praktika, Praxistage und Gespräche. Wer erst im Frühjahr mit der Suche beginnt, konkurriert um die Jugendlichen, die andere Betriebe längst kennen.
  • 3 bis 6 Monate vorher: Ausbildungsvertrag abschließen und bei der Kammer eintragen lassen, Berufsschulanmeldung klären, ersten Ausbildungsmonat grob planen.

Die drei häufigsten Stolpersteine

Erstens der unterschätzte Vorlauf beim Ausbilderschein, der schnell zum Engpass wird, wenn die Prüfungstermine der Kammer nicht zum eigenen Zeitplan passen. Zweitens die Annahme, mit der formalen Anerkennung sei die Arbeit getan, dabei beginnt die eigentliche Aufgabe, nämlich gefunden zu werden, erst danach. Drittens der Perfektionsanspruch: Manche Betriebe warten jahrelang auf den Moment, in dem alles vorbereitet ist, und bilden deshalb nie aus. Ein solider Plan und die Bereitschaft, im ersten Jahr dazuzulernen, sind mehr wert als das perfekte Konzept in der Schublade.

Hilfreich ist außerdem der Austausch mit Betrieben, die den Weg gerade hinter sich haben: Fragen Sie bei der Kammer oder in regionalen Netzwerken nach Ansprechpartnern, die von ihren Erfahrungen berichten können. Eine Stunde Gespräch mit einem frisch gebackenen Ausbildungsbetrieb erspart viele der kleinen Umwege, die in keinem Merkblatt stehen.

Der erste Schritt ohne Verpflichtung

Man muss nicht sofort einen vollständigen Ausbildungsplan haben, um mit der Nachwuchsgewinnung zu beginnen. Über das Einstiegspaket Dabei sein lässt sich unkompliziert und kostengünstig Kontakt zu Jugendlichen und Schulen aufbauen, noch bevor der Betrieb formal als Ausbildungsbetrieb anerkannt ist. So entsteht Sichtbarkeit, während die formalen Schritte parallel laufen.

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