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Pausen für Azubis: Was das Gesetz verlangt und was auf den Tisch kommt

5 Minuten
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Ein Gastbeitrag von Bauerntüte, einem Bio-Lieferdienst aus Köln, über Pausen und Verpflegung in der Ausbildung.

Halb zehn bei einem kleinen Malerbetrieb. Der Azubi im ersten Lehrjahr ist seit sieben Uhr auf der Baustelle, gefrühstückt hat er nicht. In der Jackentasche steckt ein Schokoriegel von der Tankstelle. Gegessen wird, wenn gerade Luft ist.

Pausen und Essen laufen in vielen Betrieben nebenher. Bei Auszubildenden unter 18 Jahren regelt das Gesetz die Pausen allerdings sehr genau. Was in diesen Pausen auf dem Tisch liegt, kann ein Betrieb mit wenig Aufwand mitgestalten.

Was das Jugend­arbeits­schutz­gesetz bei Pausen verlangt

Für Jugendliche schreibt § 11 des Jugendarbeitsschutzgesetzes die Ruhepausen vor. Die Regeln im Überblick:

  • Dauer: Bei mehr als viereinhalb bis sechs Stunden Arbeitszeit stehen Jugendlichen mindestens 30 Minuten Pause zu, bei mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten.
  • Mindestlänge: Als Ruhepause zählt nur eine Unterbrechung von mindestens 15 Minuten. Drei Kaffeepausen zu je fünf Minuten erfüllen die Pflicht also nicht.
  • Lage: Die erste Pause liegt frühestens eine Stunde nach Arbeitsbeginn, die letzte spätestens eine Stunde vor Feierabend. Länger als viereinhalb Stunden am Stück dürfen Jugendliche nicht ohne Pause arbeiten.
  • Planung: Die Pausen müssen im Voraus feststehen. Ein „Mach Pause, wenn es gerade passt“ reicht dafür nicht.
  • Ort: In Arbeitsräumen dürfen Jugendliche ihre Pause nur verbringen, wenn dort in dieser Zeit nicht gearbeitet wird und die Erholung nicht leidet. Das Brot neben der laufenden Kreissäge zählt nicht als Pause.

Für volljährige Azubis gilt das Arbeitszeitgesetz: 30 Minuten Pause bei mehr als sechs Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Was bei Schülerpraktika gilt, fasst der Beitrag Schülerpraktikum und Recht: Versicherung, Arbeitszeiten, Aufsicht zusammen.

Was Jugendliche tatsächlich essen

Wie es um die Ernährung von Jugendlichen steht, hat das Robert Koch-Institut in der Studie KiGGS Welle 2 untersucht, mit Daten von über 13.500 Kindern und Jugendlichen aus den Jahren 2014 bis 2017. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. In der Altersgruppe von 11 bis 17 Jahren erreichten das nur 14 Prozent der Mädchen und 9,3 Prozent der Jungen. Gemüse aßen die 11- bis 17-Jährigen sogar weniger als Gleichaltrige rund zehn Jahre zuvor.

Es gibt auch eine gute Nachricht aus derselben Studie: Zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten gingen im gleichen Zeitraum um rund ein Viertel zurück.

Vorschreiben muss ein Betrieb niemandem, was er isst. Er entscheidet aber mit, was in der Pause in Reichweite liegt: der Automat mit Schokoriegeln oder eine Schale mit Äpfeln und Möhren.

Was Betriebe konkret tun können

  • Pausen in den Plan schreiben: Uhrzeit und Ort gehören in den Wochenplan, und neue Azubis erfahren beides am ersten Tag. Nicht jeder traut sich in den ersten Wochen, danach zu fragen. Die Pausenregel passt gut in den Einarbeitungsplan für die ersten 100 Tage mit neuen Azubis.
  • Einen Platz zum Sitzen schaffen: Ein Tisch, ein paar Stühle und ein Kühlschrank genügen. Auf der Baustelle tut es auch der Transporter mit offener Schiebetür, solange dort niemand arbeitet.
  • Wasser und Obst bereitstellen: Eine Kiste Mineralwasser und eine Schale Obst kosten wenig und stehen jeden Tag sichtbar da. Wer morgens ohne Frühstück kommt, hat dann eine Alternative zum Riegel aus der Tasche.
  • Einmal pro Woche gemeinsam frühstücken: Ein festes Teamfrühstück bringt Azubis, Gesellen und Chefin an einen Tisch. Dort entstehen die Gespräche, für die im Arbeitsalltag die Zeit fehlt. Mehr zur Bindung von Azubis steht im Beitrag Azubis halten: Warum gute Ausbildungsbetriebe seltener Abbrüche haben.
  • Azubis den Einkauf übergeben: Ein Azubi plant das Teamfrühstück, verwaltet ein kleines Budget und rechnet am Monatsende ab. Das ist eine echte Aufgabe mit Verantwortung, und das ganze Team sieht, wenn sie gut erledigt ist.

Obst im Betrieb: Aufwand und Kosten

Obstkörbe kennt man aus Büros. In der Werkstatt, im Friseursalon oder auf der Pflegestation funktionieren sie genauso. Es braucht eine feste Lieferung und eine Person, die darauf achtet, dass der Korb nicht hinter der Kaffeemaschine verschwindet.

Gut geeignet ist eine Mischung aus Sorten, die man ohne Messer essen kann: Äpfel, Bananen und Mandarinen, im Sommer auch Beeren oder Kirschen. Dazu passt Snackgemüse wie Möhren oder Mini-Paprika für alle, die lieber etwas Herzhaftes mögen.

Zu den Kosten ein Beispiel aus unserem Angebot: Ein Korb mit fünf Kilo Bio-Obst kostet bei uns 29 Euro netto. Bei einer Lieferung pro Woche und einem Team von zehn Leuten sind das knapp drei Euro pro Person und Woche.

In Köln, Düsseldorf und Umgebung bringen wir das Firmenobst von Bauerntüte mit eigenen Fahrern direkt in den Betrieb, andere Regionen beliefern wir mit Obstpaketen per Versand. Wer in Lübeck oder anderswo im Norden sitzt, kann auch auf dem Wochenmarkt oder beim nächsten Hofladen nach einer festen Wochenlieferung fragen.

Was Azubis daraus ablesen

Jugendliche, die zum ersten Mal in einem Betrieb arbeiten, achten auf Kleinigkeiten. Eine Pause, die pünktlich kommt, und ein Tisch mit etwas Frischem darauf zeigen ihnen, wie der Betrieb mit seinen Leuten umgeht. Welche Rolle solche Leistungen neben dem Gehalt spielen, beschreibt der Beitrag Azubi-Gehalt und Benefits: Was bei der Entscheidung wirklich zählt.

Wer Jugendliche schon vor der Ausbildung im eigenen Betrieb erleben möchte, findet bei BOeasy den Praxistag im Betrieb. Spätestens dort sehen die Schülerinnen und Schüler auch, wie bei Ihnen Pause gemacht wird.


Über Bauerntüte

Bauerntüte ist ein Bio-Lieferdienst aus Köln-Ehrenfeld. Mit eigenen Fahrern beliefert das Team Kitas, Schulen, Kantinen und Büros im Rheinland mit Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau. Privathaushalte bekommen ihre Gemüsekiste per Paket nach Hause.

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