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Ausbilder werden: Warum die richtige Person über den Ausbildungserfolg entscheidet

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Wer Ausbilder werden möchte, braucht formal vor allem den Nachweis der Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung, kurz AEVO. Diese formale Hürde ist aber nur der Anfang, denn der eigentliche Erfolg einer Ausbildung hängt weniger vom Zertifikat als von der Person ab, die es trägt.

AEVO und Ausbilderschein kurz erklärt

Die AEVO-Prüfung, meist bei der zuständigen Kammer abgelegt, prüft, ob jemand die Ausbildung eines Auszubildenden pädagogisch und organisatorisch begleiten kann: Ausbildungsplanung, rechtliche Grundlagen, Umgang mit Konflikten und Lernförderung gehören zum Prüfungsstoff. Der Ausbilderschein ist damit die formale Voraussetzung, um überhaupt offiziell ausbilden zu dürfen, unabhängig davon, wie lange jemand schon im Beruf arbeitet.

Fachlich gut heißt nicht automatisch guter Ausbilder

In vielen Betrieben wird die beste Fachkraft automatisch zur Ausbilderin oder zum Ausbilder gemacht, weil sie fachlich am meisten weiß. Fachliches Können und die Fähigkeit, Wissen geduldig zu vermitteln, sind aber zwei unterschiedliche Fähigkeiten. Ein exzellenter Handwerker, der schlecht erklären kann oder wenig Geduld mit Anfängerfehlern hat, wird selten ein guter Ausbilder, egal wie gut das Zertifikat aussieht.

Zeit und Rückendeckung einplanen

Ausbildung braucht Zeit, die im vollen Tagesgeschäft oft fehlt. Wer eine Person zum Ausbilder macht, sollte ihr auch die nötigen Freiräume geben, statt zu erwarten, dass Ausbildung „nebenbei“ mitläuft. Betriebe, die ihren Ausbildern spürbar den Rücken freihalten, bekommen im Gegenzug engagiertere Auszubildende, weil die Betreuung tatsächlich stattfindet, statt zwischen anderen Aufgaben unterzugehen.

Woran Sie die richtige Person erkennen

Wenn mehrere Mitarbeitende fachlich infrage kommen, helfen ein paar beobachtbare Kriterien bei der Auswahl:

  • Geduld bei Wiederholungen: Erklärt die Person etwas beim dritten Mal genauso ruhig wie beim ersten, oder wird der Ton schärfer?
  • Umgang mit eigenen Fehlern: Wer eigene Fehler offen zugibt, schafft ein Klima, in dem auch Auszubildende Fehler melden statt vertuschen.
  • Freude am Erklären: Manche Menschen blühen auf, wenn sie zeigen können, wie etwas geht, andere empfinden es als Störung. Beides ist legitim, aber nur eines passt zur Ausbilderrolle.
  • Ansehen im Team: Auszubildende orientieren sich daran, wie der Ausbilder von den Kollegen behandelt wird. Eine respektierte Person gibt der Ausbildung Gewicht.
  • Eigene Motivation: Die wichtigste Frage ist die einfachste: Will die Person das überhaupt? Eine verordnete Ausbilderrolle wird selten gut ausgefüllt.

Ein häufiger Fehler: die Rolle nebenbei vergeben

In vielen Betrieben fällt die Ausbilderrolle demjenigen zu, der zufällig den Schein hat oder am längsten dabei ist, ohne dass je ein Gespräch darüber stattfand, was die Aufgabe bedeutet und welche Unterstützung es dafür gibt. Besser ist ein bewusster Prozess: das Gespräch über Erwartungen und Zeitbudget vor der Übernahme der Rolle, eine sichtbare Aufwertung der Aufgabe im Betrieb und ein regelmäßiger Austausch mit der Betriebsleitung über die Auszubildenden. Wer die Ausbilderrolle so behandelt wie eine wichtige Kundenbeziehung, nämlich mit Zeit, Aufmerksamkeit und Rückendeckung, bekommt Ergebnisse, die sich in jeder Bewerbungsrunde und jeder Abschlussprüfung auszahlen.

Der Ausbilder als Aushängeschild beim Kennenlernen

Bei einem Schnupperpraktikum, einem Praxistag oder dem ersten Vorstellungsgespräch ist es meist der Ausbilder, der den bleibenden Eindruck hinterlässt. Wie freundlich, geduldig und interessiert diese Person auftritt, prägt maßgeblich, ob sich ein Jugendlicher für den Betrieb entscheidet. Wer über die Pakete für Betriebe Jugendliche kennenlernt, sollte deshalb bewusst die richtige Person an diese Schnittstelle stellen, nicht zufällig die Person mit dem meisten Fachwissen.

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