Zwei Vormittage, elf Stationen, ein Haus in der Mengstraße. Der Berufeparcours Lübeck 2026 ist vorbei, und wir von BOeasy sortieren gerade Stationsblätter, Rückmeldebögen und Eindrücke. Bevor die Auswertung fertig ist, halten wir fest, was am 1. und 2. September in der DIELE stattgefunden hat, wie der Praxistag am 3. September daran anschloss und was das für Betriebe bedeutet, die 2027 selbst eine Station haben möchten.
Berufeparcours Lübeck 2026: zwei Tage in der DIELE
Der Parcours lief an beiden Tagen von 8 bis 13 Uhr in der DIELE, Mengstraße 41. Eingeladen waren Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 und 9, also genau das Alter, in dem die Frage nach dem Beruf langsam ernst wird.
Das Prinzip ist schnell erklärt. Betriebe zeigen ihren Beruf an einer Station zum Anfassen, die Jugendlichen ziehen in Dreierteams von Tisch zu Tisch und bleiben pro Station etwa 15 bis 20 Minuten. Kein Vortrag, keine Broschürenstapel. Wer wissen will, wie wir das Format aufgebaut haben, findet die Einzelheiten auf der Seite Berufeparcours erklärt.
Acht Handwerksberufe ausprobieren, drei Teststationen dazu
Von den elf Stationen gehörten acht den Berufen. Diese Lübecker Betriebe haben sie gestellt:
- Schlosser und Metallbauer: Zwiebelmann Schlosserei Metallbau
- Glaser: Glaserei Mews und Sohn
- Schornsteinfeger: Kreisgruppe Lübecker Schornsteinfeger
- Garten- und Landschaftsbau: Meykopff
- Maurer, Fliesen- und Sanierungsarbeiten: Baugeschäft Lars Raath OHG
- Orthopädieschuhmacher: Pelz Orthopädie Schuhtechnik und Limotus Hammerich
- Elektrotechnik: Birr Elektrotechnik
- Maler: Bürkner Malermeister
Dazu kamen drei Teststationen: Körperliche Belastbarkeit, Räumliches Sehen und 5 Sinne. Sie gehören zu keinem einzelnen Beruf. Sie geben den Jugendlichen einen Hinweis darauf, was ihnen liegt, und das hilft später bei der Frage, welcher Beruf überhaupt in die engere Wahl kommt.
Handwerksberufe ausprobieren klingt nach einer Selbstverständlichkeit. Ist es aber nicht. Wo sonst sieht man mit vierzehn einem Glaser oder einem Orthopädieschuhmacher bei der Arbeit zu und darf danach selbst Hand anlegen? Dafür ist der Parcours da.
Eine Aufgabenformel für alle Stationen
An jeder Berufsstation galt dieselbe Formel: 3 Experimente, 3 MINT-Aufgaben, 3 Aufgaben zum Berufewissen, jeweils in leicht, mittel und schwer. Die Punkte zählen fürs Team, nicht für den Einzelnen.
Warum so streng einheitlich? Weil die Jugendlichen dadurch nach der ersten Station wissen, wie es läuft, und ihre Aufmerksamkeit dem Beruf widmen können statt den Spielregeln. Für die Betriebe hat die Formel einen zweiten Vorteil: Niemand muss ein Unterhaltungsprogramm erfinden. Werkzeug, Material, Arbeitskleidung zum Zeigen und ein Mensch, der gern mit Jugendlichen redet, mehr bringt ein Betrieb nicht mit. Tisch, Stellwand, Strom, das gedruckte Stationsblatt und die Beschilderung stellen wir.
Vom Parcours in den Betrieb: der Praxistag am 3. September
Der Parcours ist nur die erste Hälfte. Wer an einer Station Feuer gefangen hat, konnte sich direkt dort für den Praxistag im Betrieb eintragen. Am 3. September ging es dann in die Betriebe: einen Tag mitarbeiten, nicht zuschauen.
Für die Jugendlichen gelten dabei ein paar einfache Regeln, die wir jedes Jahr mitgeben. Pünktlich sein, sich mit Namen vorstellen, nachfragen, feste Schuhe anziehen. Und am Ende ruhig die Frage stellen, ob ein Praktikum oder eine Ausbildung möglich ist. Betriebe, die aus so einem Tag mehr machen wollen, finden Anregungen in unserem Beitrag über Werkstatttage im Betrieb.
Was die Vorjahre zeigen und warum wir zu 2026 noch schweigen
Zahlen für 2026 nennen wir an dieser Stelle nicht. Die Auswertung läuft, die Rückmeldungen fließen in die Planung 2027 ein. Alles andere wäre geraten.
Belegt ist, was 2025 herauskam. Im März 2025 haben wir 37 Jugendliche in betriebliche Werkstatttage vermittelt. Im September 2025 waren 87 Jugendliche aus vier Lübecker Schulen dabei, neun Betriebe haben mitgemacht. 76 % der Schülerinnen und Schüler bewerteten das Konzept als gut bis sehr gut, über 70 % wünschten sich eine Wiederholung. Die Einzelheiten stehen bei den Zahlen und Stimmen aus den Vorjahren.
Uns sagen die Werte vor allem eines: Berufsorientierung in Lübeck funktioniert dann, wenn Jugendliche etwas in die Hand bekommen und ein echter Betrieb gegenübersteht.
2027 mit eigener Station dabei sein
Acht Berufe sind ein Anfang, Lübeck hat deutlich mehr zu bieten. Wir suchen für 2027 weitere Betriebe, gern auch aus Branchen, die bisher fehlen. Der Aufwand ist überschaubar, die Ausstattung kommt von uns, und wer nach dem Parcours einen Praxistag anbietet, lernt interessierte Jugendliche gleich im eigenen Betrieb kennen. Ein Versprechen auf Auszubildende ist das nicht. Es ist eine Gelegenheit, früh sichtbar zu werden, bei Jugendlichen und bei den Lehrkräften und Eltern, die bei der Berufswahl mitreden.
Das Einstiegspaket „Dabei sein“ kostet 99 € im Jahr. Wer gezielter nach Nachwuchs sucht, findet zwei größere Pakete, unter anderem mit Chancentest und Coaching. Lehrkräfte, die ihre Klasse 2027 anmelden möchten, schreiben uns an team@boeasy.de.
Sie führen einen Betrieb in Lübeck und möchten im nächsten Jahr eine Station besetzen? Dann vergleichen Sie die Betriebspakete und melden Sie sich an oder buchen Sie direkt das Paket „Dabei sein“ für 99 €.



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